Salon 229

Integration

Nivin und Muhammed Al Mousa – Syrien

ist immer etwas Neues. Keine Seite kann bleiben, wie sie ist. Wir sind alle gefordert, wenn wir mehr als Nebeneinander oder faule Kompromisse wollen. Eine Riesenchance! Wir haben sehr viel gelernt von Nivin und Muhammed, über Syrien, über unberechenbare menschliche Monster und ihre Clans, die in Europa völlig unbehelligt verkehren, obwohl jeder weiß, dass sie Verbrecher sind. Über die Unfasslichkeit, dass der Massenmörder Assad, der sein eigenes Volk mit allen nur denkbaren Waffen um bringt, sogar in Syrien noch immer Anhänger hat, im Verhältnis mehr als die Nazis in Chemnitz. Über Schweigen, Propaganda und unlauteres Framing wie Contra Assad= pro Isis. Über Stereotype und wie man mit ihnen umgehen kann. Und vor Allem über Humanität, persönliche Stärke, den Blick nach vorn. Und darüber, dass es durchaus eine erleichternde Ablenkung von Krieg, Gewalt und Folter sein kann, wenn man sich „nur“ mit Arbeitslosigkeit und der Bürokratie in Amtstuben herumschlagen muss. Nivin und Muhammed – zwei bewundernswerte, kluge, starke Menschen, die uns nur bereichern können. Sie haben in Syrien alles verloren und geben trotzdem nicht auf – damit die Assads dieser Welt nicht gewinnen, sich die Welt nicht vollständig aneignen dürfen. Ihren Kindern geben sie das Kostbarste weiter, was sie haben – ihre Humanität, ihr Vertrauen ins Leben, ihren Humor, ihre Bildung, drei Sprachen. Lebensoptionen, Lebenschancen.

Die kleine Elaf, 1 ¾ hat im Salon sofort auf das Klavier gezeigt: Piano! Ob sie je drauf spielen wird? Wir haben beim Salon etwas Schönes gehört: Neukölln hat ein Mitmach-Orchester, ein kleines Streichorchester für geflüchtete Kinder. Salongast Bridget ist die Bratschenlehrerin. Liebe Bridget, die Kinder sind mit oder ohne Eltern herzlich alle zum nächsten Salon eingeladen! Am Mittwoch den 5. September um 18.30 Uhr. Weil es einfach ein Traum ist, das zu hören.