Bis nachmittags um drei dachten wir alle am Salontag noch, das Trio Concordia würde bei uns spielen. Aber: Käse. Französischer Käse. Genauer: Es war das Käsemesser im Verein mit dem Franzosen. Jedenfalls war der kleine Finger von Isabel Gabbe damit spielunfähig, auch wenn rote Tasten uns im Prinzip ja nichts ausmachen würden. Aber … Unfälle und Ausfälle dieser Art gehören wohl zum Musikerleben… Sie sind trotzdem gekommen. Glücksfall für uns. Denn manche Menschen sind ja verheiratet, sogar mit Bratschern, zum Beispiel die Cellistin Christiane Starke mit Christoph Starke. Der kam einfach …. und so kamen wir in den Genuß zweier wunderbarer Streichtrios von Schubert und Beethoven ! Einfach so – aus dem Ärmel - toll . Und dann das Salonpublikum. Darin saßen Lukas Dreyer, Cellist aus Weimar und Nir Rom Nagy, Bratscher aus Tel Aviv. Die hatten nicht geahnt, was sie erwarten würde, und außerdem … was spielt man mit einer Geige, zwei Celli und zwei Bratschen? Nichts. Außer jemand wie Christoph Starke ist dabei. Beim nächsten Bratscherwitz frage ich die Geiger, ob sie mal kurz als Viola beim Schubert-Quintett einspringen würden…hihi. Jaja ich weiß, die Saiten... faule Ausrede! Christoph jedenfalls hat uns zum Schubert-Quintett verholfen , der Perle der Kammermusik, in bislang ungehörter, gelungener Besetzung mit einer Viola als Geige zwei. Ein famoser, furioser Salonabend, überraschend, improvisiert, ansteckend, unerhört! Und das Beste: Das Trio Concordia hat versprochen, das Ganze nachzuholen. Hauptsache, der Finger heilt gut! Ich fühle mich mal wieder bestätigt: Kunst kommt von Können….ich schreib den Satz lieber nicht fertig, denn die Debatte, die er losgetreten hat, wird ja in den Salon verlegt. Ihr erinnert Euch – der Satz hat ausgelöst, dass wir uns mal über Kunst, Wunst, Wulst unterhalten wollen! Da können wir gleich unsere Erfahrungen einbringen. Vielleicht entsteht ja manches Kunstwerk wirklich wie unser Salon, oder wie Pommes Frites. Weil jemand sich in den Finger schneidet und deshalb Kartoffeln versehentlich ins heiße Öl fallen. Aber ob es reicht, dass die Kaffeetasse ins Klavier gefallen ist? Es hängt immer davon ab, was man draus macht…! Und wer hat zu diesem Thema das meiste Wissen und den größten Unterhaltungswert? Harald. Deshalb kommt er extra aus dem Saarland, das ist zwar an sich der Nationalpark für geschütztes Naturkabarett, aber der Saarländer kann auch anders!